Tag Archives: Rezept

Israelischer Adventskalender – Tag 8

In Israel ist das Kochbuch Kult. Egal wen man fragt, jeder kennt es und alle scheinen damit aufgewachsen zu sein: „Kinder kochen“ von Ruth Sirkis. Es wurde 1975 veröffentlicht und noch heute erfreut es sich in Familien großer Beliebtheit.

Hier das ungesündeste Rezept aus dem gesamten Buch (das meinen Recherchen zufolge auch das beliebteste ist): Schoko-Kugeln

Zutaten:

200gr Biskuitkekse
10 Esslöffel Zucker
5 Esslöffel Kakao
7 Esslöffel Milch
1 Teelöffel Vanilleextrakt
100gr Butter
Kokosraspeln und bunte Zuckerstreusel zum Dekorieren

Zubereitung:

Die Kekse zerbröckeln: Kekse in einen Plastikbeutel legen und dann mit einem etwas schwereren Gegenstand draufklopfen.
Anschließend die Brösel in eine Backform geben und Zucker und Kakao beimischen. Dann die Vanille, Milch und Butter (raumtemperatur) unterrühren.
Mit einem Teelöffel kleine Portionen von der Masse nehmen und mit den Händen Kugeln daraus formen.
Einen Teil der Kugeln in den Kokosraspeln wälzen, die andere Hälfte in den bunten Zuckerstreuseln.

Viel Spaß!

Israelisches Kinderkochbuch

Advertisements

Siniyeh – vegetarisch

Zutaten:

2 Auberginen
Eine große Hand voll Cocktail Tomaten
1 Glas Tahina (Sesampaste)
Pinienkerne (nur ein paar zum Drüberstreuen am Ende)
2 Knoblauchzehen
Pfeffer
Rotes Paprikagewürz (scharf)
Petersilie

Das Originalrezept für dieses Gericht kommt aus dem Libanon und wird mit Lammhack zubereitet.
Da ich seit Ewigkeiten Vegetarierin bin, hab ich eine Variante ohne Fleisch gefreestylt. Meine Siniyeh eignet sich als Beilage oder Vorspeise und ich serviere dazu Brot und Salat.

Also, ich fange an mit der Musik. Zum Kochen brauch ich Atmosphäre. Mein Mann macht sich oft über mich lustig wenn ich in der Küche stehe, weil dann meistens Musik aus den 60er Jahren aufgedreht ist und überall Petersilienschnipsel herumliegen. Das wird heute wieder passieren, weil Petersilie sehr gut zur Siniyeh passt….

Nachdem die Musik im Hintergrund läuft, den Ofen auf 220 Grad stellen. Nach einer Viertelstunde ist er ausreichend heiß und man kann die (ganzen, unbearbeiteten) Auberginen hineinlegen. Auf ein Rost in der oberen Hälfte, darunter noch ein Rost mit Aluminium auslegen, denn die Auberginen müssen eine knappe Stunde im Ofen liegen und verlieren dabei Flüssigkeit, die heruntertropft.
Die Auberginen sollten immer mal wieder gewendet werden, damit sie am Ende gleichmäßig gegrillt herauskommen.
Dass die Auberginen fertig sind erkennt man daran, ob sie zusammenfallen. Solange sie noch fest sind, ist das Fruchtfleisch innendrin nicht weich genug.

In der Zwischenzeit bereite ich die Tahina vor. In Israel gehört Tahina zu den Grundnahrungsmitteln und ist in jedem Haushalt vorhanden. Mein Wissensstand ist der, dass man Tahina in Deutschland in Bioläden und in indischen Lebensmittelläden findet.
Man kann Tahina entweder direkt verwenden, oder mit Wasser vermischen und Knoblauch, Petersilie, Pfeffer und rotes Paprikagewürz dazugeben. Die Tahina sollte eine gleichmäßige Paste ohne Klumpen sein. Wenn ihr also Wasser daruntermischt, muss die Paste so lange gerührt werden, bis sie glatt ist.
Der Vorteil der mit Wasser vermischten Tahina ist, dass sie leichter ist, was dem Geschmack der Siniyeh sehr zu Gute kommt.

Sobald die Auberginen fertig sind, kann man sie vorsichtig in eine Schüssel legen und öffnen. Das Fruchtfleisch lässt sich nun sehr leicht mit einem Löffel herauslösen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken. Die schwarze Schale wird nicht verwendet.

Nun die Tomaten halbieren, in eine Auflaufform an den Rand legen und die Auberginenmasse in die Mitte platzieren. Im Ofen bei 180 Grad etwa eine Viertelstunde backen.

Anschließend die Tahina über die Tomaten und Auberginen geben und Pinienkerne darauf streuen.
Nochmal für 10 Minuten in den Ofen, bis die Tahina etwas braun wird.

Am besten heiß servieren.

Bil-hana’ wa ash-shifa!

photos by Saskia


Meine Fatayer Sabanekh

Fatayer kommen aus dem Nahen Osten. In syrischen Kochbüchern habe ich gelesen, dass sie aus Syrien kommen, in libanesischen Kochbüchern steht, dass sie eine libanesische Spezialität sind. Man ist sich also uneins in dieser Frage, wie auch sonst bei allen Themen hier in Nahost…

Zutaten:
Gute Musik
Yufka (= Filoteig)
Spinat
Petersilie
1 Zwiebel
Knoblauch
Olivenöl
Gewürze:
Pfeffer
Muskat
Chili
Zaatar

In meiner Küche gibt es keine Fertigprodukte. Yufka ist die einzige Ausnahme. Man kann diesen Teig auch selber herstellen, aber diesen Wahnsinn geb ich mir nicht. Es handelt sich um einen hauchdünnen Teig, den ihr in Deutschland in türkischen Lebensmittelgeschäften findet, und hier im Nahen Osten in jedem Supermarkt bei den Tiefkühlprodukten.

Ich koche und backe nach Augenmaß, daher kann ich keine exakten Mengenangaben zu den verwendeten Zutaten machen. Spinat nehme ich so etwa 250 Gramm. Petersilie nach Geschmack und Vorliebe. Eine Zwiebel und zwei bis drei Knoblauchzehen.

Das Olivenöl wird später zum Bestreichen des Teiges verwendet. Man benötigt nicht viel, vielleicht zwei Esslöffel.

Gewürze verwende ich je nach Tageslaune und Verfügbarkeit. Heute habe ich Muskat, Pfeffer, Chili und Zaatar genommen. Man kann aber auch einfach nur Pfeffer und Muskat nehmen und die Fatayer statt mit weiteren Gewürzen mit Wahlnüssen oder Pinienkernen verfeinern.

Zubereitung:

Den Spinat fein schneiden und garen. Anschließend gut abtropfen, am besten noch mit den Händen „auswringen“. Mit der gehackten Zwiebel und den Knoblauchzehen vermischen und die Petersilie dazugeben.

Das Olivenöl in einer Schale mit Chili vermischen.
Den Yufka ausbreiten und Quadrate ausschneiden.

Einen Esslöffel der Spinatfüllung darauflegen und dann die Ecken mit dem Ölivenöl bestreichen, damit der Yufka beim Falten schön zusammenbleibt und die Teigtaschen nicht wieder auseinanderfallen.

Die Fatayer bei ca. 200 Grad im Ofen in der Mitte backen, bis sie goldbraun sind. Es dauert 15-20 Minuten.

Fatayer kann man auch mit Hackfleischfüllung machen. Oder zum Spinat noch Frischkäse (Hüttenkäse) dazugeben.

Tipp: Fatayer sind bei Gästen sehr beliebt und gehen schnell weg. Bei mehr als 4 Personen mindestens die doppelte Menge vorbereiten.

Bon Appetit!

 

All photos by Saskia