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Sommer in Eilat

Eilat ist ein traumhaft schöner Ort. Wir waren für ein verlängertes Wochenende dort und haben wirklich jede Minute genossen. Ich werde in Bildern von unserem Abstecher ans Rote Meer berichten. Viel Spaß!

Los ging es mit einer langen…. wirklich langen… Busfahrt. Als wir Eilat erreichten, war ich absolut urlaubsreif. Die vielen Kurven auf dem Weg dorthin und das Geplappere der Teenies auf den Sitzen hinter uns hatte mich so meschugge gemacht, dass ich in Eilat erst einmal einen starken Kaffee brauchte. Zum Glück gehörte zum Empfangsservice unseres Hotels ein kostenloser Kaffee mit Kuchen…

Kaffee und Kuchen

 
Anschließend schlenderten wir am Strand entlang und genossen die sommerlichen Temperaturen von 42 Grad im Schatten.

Lagune

Blick aufs Rote Meer

 
In Eilat sind die Preise mehrwertsteuerfrei, was uns dazu verleitet hat, auch ein bisschen Bummeln zu gehen. Auf das relativ neue Einkaufszentrum mit Eislauffläche sind die Einwohner besonders stolz. Ich fand es irgendwie skuril, dass an einem so heißen Ort ausgerechnet eine Eisfläche geschaffen wurde. Alle zwei Monate, wenn die Stromrechnungen verschickt werden, bekommt der Besitzer der Eisfläche wahrscheinlich einen Herzinfarkt. Dann hat er wieder zwei Monate Zeit, um sich von dem Schlag zu erholen, bis ihn der nächste trifft.

Ice Mall

 
Mein Mann hat mir einen kleinen Wunsch erfüllt und mir eine Kette geschenkt, von der ich schon lange geträumt hatte.

Davidstern

 
Am Abend gingen wir schön Essen und ließen unseren ersten Tag ruhig ausklingen.

Ausblick

 
Am nächsten Morgen fuhren wir zum Unterwasser-Observatorium, von wo aus man die Korallenwelt aus nächster Nähe bestaunen kann.

Korallen

Nemo

Seeanemone

Korallen

sharks

Korallenriff

Korallenriff

 
Als wir zurück ins Hotel kamen, wartete die nächste Überraschung auf uns: ein Shabat Shalom Gruß mit Kuchen…

Shabat Shalom

 
Auch an diesem Abend genossen wir wieder ein sehr leckeres Essen in einem der vielen guten Restaurants.

 
Am nächsten Tag wachte ich ziemlich früh auf, weil ich es kaum erwarten konnte, zum Dolphin Reef zu kommen. Doch bevor wir loszogen, stellte ich im Hotel verblüfft fest, dass es beim Frühstücksbuffet an Shabat Jachnoon gibt. Für alle, die diese Spezialität noch nicht kennen, hier eine kleine Geschichte.

Jachnoon

 
Ich hatte noch nie zuvor in meinem Leben Delphine gesehen (außer im Fernsehen natürlich) und freute mich unglaublich darauf. Trotzdem erwartete ich einen touristischen Ort und fragte mich, ob wir überhaupt einen guten Platz mit Blick auf die Delphine bekommen würden. Dann betraten wir die Anlage und ich war einfach sprachlos. Es ist ein kleiner Paradiesgarten mit unzähligen Pflanzen und einem Konstrukt, das einem riesigen Baumhaus gleicht. Das Dolphin Reef in Eilat ist der weltweit einzige (!) Ort, an dem Delphine artgerecht gehalten werden. Sie sind nicht in Schwimmbecken gefangen, sondern haben einen großen Bereich des Meeres, den sie mit unzähligen Fischen und Korallen teilen. Es finden keine idiotischen Shows für Touristen statt. Die Tiere sind zwar an die Präsenz von Menschen gewöhnt, aber sie sind nicht dressiert und können auch keinerlei “Tricks”.

Dolphin Reef

Dolphin Reef

Delphine in Eilat

Delphine

 
Ich habe ein Video von zwei Delphinen gemacht. Leider waren auf meinem Fotoapparat anscheinend Wasserspritzer…

Delphine

 
Von der Baumhauskonstruktion aus hat man einen schönen Ausblick auf das Riff der Delphine.

Ausblick auf das Riff der Delphine

 
Platz für ein Mittagsschläfchen gibt es auch…

Cafe

Lagune

 
Am Abend vor unserer Rückreise ließen wir die vielen einmaligen Erlebnisse Revue passieren. Eilat war wie ein Traum…

Cat in the moonlight

 
 
All photos by Saskia

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Auf dem Kamelrücken

Nur wenige Kilometer hinter mir liegt Syrien. Mein Blick schweift zum See Genezareth. Von hier aus sieht man ihn nur in der Ferne, wie ein Spiegel liegt er zwischen den Hügeln. Der Sommer ist vorüber und bald beginnt die regenreiche Zeit. Die Landschaft in dieser Region Israels blüht im Frühjahr auf und wird saftig grün. Jetzt, im Herbst, ist jedoch alles von der Sonne verbrannt und die Erde orangebraun. Am Abendhimmel ragen barocke Wolkengebäude auf und die letzten Sonnenstrahlen tauchen alles in ein unschuldiges Rosa.

Von Tel Aviv fährt man gut zwei Stunden bis zum See Genezareth. Noch eine Kaffeepause dazu und ein Stau, und schon sind es fast drei. Ich erreichte den See gegen halb zehn Uhr morgens und besuchte als erstes das griechisch orthodoxe Kloster in Kafarnaum. Zwischen Bananenplantagen und Orangenhainen liegt es relativ unscheinbar am nördlichen Ufer. Eigentlich erwartete ich mir nicht allzu viel. Als ich die Anlage betrat, wuselte gerade eine russische Reisegruppe herum und ich wollte schon fast wieder auf dem Absatz kehrt machen. Zum Glück hielt mich etwas davon ab und so ging ich den Weg entlang auf die Kirche zu. Sie ist gesäumt von einer Gartenanlage mit uraltem Baumbestand. Auf dem Gelände laufen Pfaue herum und es gibt ruhige Ecken, von denen aus man einen phantastischen Blick über den See hat.

Als ich die Kirche betreten wollte, kam gerade ein Mann heraus und bekreuzigte sich dreimal. Ich ging hinein mit dem Gefühl, dass mich sicher gleich jemand ansprechen würde. So wie in Rom und Neapel, wo ich sah, wie die katholischen Türsteher an Touristinnen herantraten und sie baten, doch ein anderes Mal wiederzukommen, in längerer Kleidung. Jedoch passierte nichts. Ich stand vollkommen unbehelligt mit meinen Shorts in der Kirche und lauschte der Musik. Die meisten Frauen um mich herum trugen ein folkloristisches dreieckiges Kopftuch, unter dem Kinn verknotet. Als die Kirchenglocken zu läuten begannen, wurde mir richtig bewusst, wie lange ich schon keine mehr gehört habe.

Der eigentliche Grund für meinen Abstecher in diese Gegend war jedoch Gamla. Als ich das letzte Mal hier war, konnte ich die Wanderung zu der antiken Stätte nicht machen und wollte es unbedingt jetzt nachholen. Am Besten man geht in der Mittagszeit, wenn die Sonne im Zenit steht und es nirgendwo Schatten gibt. Dann erlebt man die Strapazen der Menschen von vor über 2000 Jahren auch gleich hautnah.
Gamla kommt von dem Wort Gamal, was auf Hebräisch Kamel bedeutet. Den Namen hat der Ort von seinem Hügel, der aussieht wie ein Kamelrücken. Dort, wo heute Ruinen und Steinhaufen liegen, sollen einmal 5000 Menschen gelebt haben. Es fällt mir schwer, mir das Leben dieser Menschen vorzustellen. Die Gegend ist bergig und rau, ebene Wege gibt es kaum. Man geht entweder bergauf oder bergab. Weiter unten hört man einen Fluss plätschern. Ob die Menschen den langen Weg bis nach unten und wieder heraufgeklettert sind, um von dort Wasser zu holen? Ich will bei dieser Hitze gar nicht darüber nachdenken. Angeblich soll Gamla eine wohlhabende jüdische Stadt gewesen sein. Was genau Wohlstand für die damalige Zeit bedeutet, weiß ich nicht so genau. Auf einer Tafel steht, dass die Stadt mindestens vier Mikwen, also rituelle Wasserbecken, besaß. Mein von der Moderne weichgespültes Empfinden kann jedoch selbst mit großem kreativen Aufwand darin keinen Luxus erkennen.
Auf dem Weg vom Ausblickpunk des Nationalparks bis nach unten zum Kamelrücken wandert man vorbei an vielen Tafeln, die von Kriegen erzählen, die hier einst stattfanden. Die Menschen mussten sich zwischen dem 6. Jahrhundert v.Chr. und dem ersten Jahrundert n. Chr. ständig verteidigen, verloren ihre Stadt, eroberten sie zurück und verloren sie wieder.

Über den Schluchten ziehen Adler ihre Kreise. Ihre Rufe dringen durch die Stille. Ich bin fasziniert von diesen Tieren. Wenn es nicht so heiß wäre und ich nicht ständig an ein klimatisiertes Restaurant denken müsste, würde ich diesen Moment wohl noch länger genießen. Ich mache mich an den Aufstieg zurück zum Ausgangspunkt meiner Wanderung.
Die Gegend um den See Genezareth ist bekannt für ihre gute ländliche Küche. Wer hier also nach Sushi sucht, ist völlig fehl am Platz. In Moshav Ramot finde ich ein Restaurant mit Ausblick über den See und die umliegende Landschaft.

Wie Gott in Frankreich, denke ich mir. Nur besser.

All photos by Saskia