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Israelischer Adventskalender – Tag 4

Die Weihnachtszeit ist für mich beruflich eine sehr stressige Zeit. Selbst in Israel ist man vor Hektik in dieser Jahreszeit leider nicht sicher…
Umso schöner fand ich es gestern Abend, nach einem langen Arbeitstag am Hafen von Tel Aviv zu sitzen und auf das dunkle Meer zu blicken. Ein kleines Baby, das mir mit seiner Mama gegenüber saß, lächelte und strahlte mich dabei ununterbrochen an. Mein Herz ging richtig auf.
Im Hintergrund hörte man Chanukka-Lieder und am Hafen sah es so aus:

Chanukkia Namal

Heute Abend wird die letzte Kerze angezündet…

Hier das Lied für den Tag 4:


Traurig-frohes Chanukka: Zum Tod von Arik Einstein

Eigentlich sollte Chanukka dieses Jahr wirklich großartig werden: Wenn ich auf die vergangenen Monate zurückblicke, dann war da kein Krieg, obwohl alle einen Angriff Syriens auf Israel befürchteten und wir diesen Sommer wochenlang in Anspannung verbrachten. Auch die Iran-Agenda hatte sich dieses Jahr beruhigt, auch wenn ganz klar gesagt werden muss, dass die “Einigung” hinsichtlich der iranischen Atomanlagen eher eine Farce ist und Israel nicht gerade beruhigt und erfreut darüber sein kann.
Dennoch, im Vergleich zu letztem Jahr habe ich dieses Jahr ein deutlich entspannteres Gefühl und als ich heute Morgen auch noch die gute Nachricht las, dass Hamed Abdel-Samad in Sicherheit ist, wollte ich Chanukka heute Abend mit diesem Gutelaune-Song beginnen:

Das hätte perfekt zu meiner Stimmung gepasst.
Doch dann erfuhr ich vom Tod Arik Einsteins, einem der größten israelischen Sänger wenn nicht DEM größten, einem Menschen, der Persönlichkeit und Größe besaß und die Israelis ein Leben lang mit seiner Musik und seinen poetischen Texten begleitet hat.
In der Times of Israel schreibt Avi Issacharoff zu seinem Tod: ” Ein Sänger für alle Lieben meines Lebens”. Generationenübergreifend hören Menschen hier seine Lieder und sind davon betroffen und gerührt.
Es fiel mir heute Morgen schwer, seinen Tod zu begreifen. Arik Einstein war ein zurückhaltender Mensch, der in den letzten Jahren sogar das Publikum scheute.
Ausgerechnet am Morgen des Tages, an dem Chanukka beginnt, starb er unerwartet und plötzlich im Alter von 74 Jahren. Doch vielleicht ist es eine Fügung des Schicksals, dass heute Abend in Israel und auf der Welt eine Kerze angezündet wird, auf dass Arik Einsteins Licht in der Welt weiterleuchtet…

Chanukkia - getty images


Eine kleine Geschichte zu Chanukka

Es ist das Fest der Lichter. Überall auf der Welt wird in jüdischen Gemeinden und Familien heute die erste Kerze angezündet und jeden Tag wird ein weiteres Licht hinzukommen. Acht Tage dauert Chanukka.
Doch was genau wird eigentlich gefeiert?

Einst stand in Yerushalayim ein jüdischer Tempel, der salomonische Tempel. Er wurde 586 vor unserer Zeit zerstört durch einen babylonischen Herrscher mit dem unaussprechbaren Namen Nebukadnezar II. Erst Jahrzehnte später wurde der Tempel wiederaufgebaut.
Nach der Entweihung dieses neuen Tempels durch die Griechen, die einen Zeusaltar darin errichtet hatten, wurde der Tempel im Jahr 164 v.u.Z. neu geweiht und der jüdische Tempeldienst fortgesetzt. In dem Tempel befand sich die Menora, ein Leuchter, dessen Kerzenlichter nicht erlöschen durften. Man erzählt, dass nur noch ein winziger Rest Öl vorhanden war, doch die Lichter brannten dennoch acht ganze Tage lang.
An Chanukka wird darum jeden Tag eine Kerze angezündet. Der neunte Arm der Chanukkia trägt das Feuer für die acht Kerzen, er wird Shamash genannt.

Das ist also der Hintergrund dieses Festes.
Vor ein paar Jahren saß ich an einem Dezemberabend auf dem Münchner Flughafen. Es war Chanukka und ich befand mich auf dem Weg zurück nach Israel. Vor den großen Glassscheiben der Wartehalle rieselte der Schnee und es war fürchterlich kalt draußen. Ich fliege nicht gerne. Die Stimmung am Flughafen bedrückt mich jedesmal. Entweder ich fliege von Israel nach Deutschland, dann nerven mich die ewigen Sicherheitskontrollen, die Fragen und die langen Warteschlangen. Oder ich fliege von Deutschland nach Israel, dann begleitet mich das Gefühl, dass ich gerne noch ein wenig länger im Urlaub dort geblieben wäre. So saß ich also ein wenig betrübt da und wartete auf das Boarding, als ein paar Männer eine Chanukkia hervorholten und Kerzen anzündeten. Sie sangen dabei Lieder und bald sang die halbe Wartehalle…

Chanukka ist ein besonders schönes Fest, weil seine magische Geschichte und das Leuchten der Kerzen diesen verregneten Monat Dezember verzaubern.

Chanukka sameach!


24 Tage

Jedes Jahr Ende November überkommt mich die Weihnachtsstimmung. In Israel existiert soetwas wie Weihnachtsstimmung ja eigentlich nicht, aber ich sorge dafür, dass es wenigstens bei uns zu Hause nach Lebkuchen duftet….
Mein Mann und ich feiern Pesach, Ostern, Shavuot, Rosh HaShana, Erntedank, Sukkot, Chanukka und Weihnachten. Wenn man mich heute fragen würde, ob ich auf eines der Feste verzichten könnte, müsste ich dies verneinen. Unsere beiden Traditionen und Kulturen haben sich miteinander vermischt, sie sind im Laufe der Zeit zusammengewachsen und ich empfinde das als große Bereicherung. Chanukka steht jetzt kurz bevor und anschließend Weihnachten. Der Dezember zählt damit zu meinen Lieblingsmonaten. Ich freue mich auf beide Feste.

Heute Vormittag habe ich mich in der Küche mit Muffins verkünstelt, weil ich mich nach dem Duft von Zimt, Kardamom und Piment gesehnt habe.

Zutaten für die Pekanmuffins (ergibt 6 Muffins):

60gr Butter
60gr brauner Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Ei
1 TL Whiskey (Rum geht auch)
50gr Nüsse
40gr Mehl
40gr Stärkemehl
1 TL Backpulver

Den Ofen auf 170 Grad vorheizen.

Die Nüsse werden klein gehackt und mit dem Zucker und dem Ei vermischt. Anschließend Whiskey hinzugeben. Mehl, Stärkemehl und Backpulver am Ende unterheben.

Den Teig in eine Muffinform füllen und anschließend etwa 20-25 Minuten in der unteren Hälfte des Ofens backen.

Pekanmuffins

 

Zutaten für die Lebkuchenmuffins (ergibt 12 Muffins):

250gr Mehl
75gr Honig
75 gr brauner Zucker
2 TL Backpulver
1 EL Lebkuchengewürz (siehe unten)
75gr Butter
5 EL Milch
2 Eier
je nach Geschmack dunkle Schokoladenraspel

Das Mehl mit dem Backpulver und dem Lebkuchengewürz vermengen. Anschließend Butter, Honig und Eier untermischen. Nach Belieben Schokoladenraspel beifügen. Am Schluß die Milch löffelweise dazugeben, bis die Masse zu einem glatten Teig wird.
Die Muffins in der unteren Hälfte des Ofens ebenfalls 20-25 Min. bei 160 Grad backen.

Lebkuchenmuffins

 

Das Lebkuchengewürz für die Muffins habe ich selber gemischt:

2 ½ gestrichene Esslöffel Zimt
1 gestrichener Teelöffel Nelken (gemahlen)
1 Messerspitze Piment
½ Teelöffel Muskatnuss (gemahlen)
1 Messerspitze Koriander (gemahlen)
1 Messerspitze Kardamom (gemahlen)
1 Messerspitze Ingwer (gemahlen)

 

All photos by Saskia