Category Archives: Jerusalem

Jerusalem

Momentan ist die Stadt wieder in den Schlagzeilen, das nie endende Politikum und das Desinteresse vieler Journalisten, die Stadt mit anderen Augen zu betrachten, überschatten die Schönheit und Vielfalt Jerusalems. Wer die Stadt besucht, der wird feststellen, dass sie nicht den gängigen Klischees entspricht. Überhaupt riecht und schmeckt Jerusalem anders. Während Tel Aviv am Mittelmeer liegt, ist Jerusalem in eine fast toskanisch anmutende Hügel- und Berglandschaft gebettet, die für ein ganzjährig angenehmes Klima sorgt. In Tel Aviv schwitzt man im Sommer bereits um fünf Uhr morgens aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit. In Jerusalem hingegen ist die Luft trocken und es weht meist ein angenehmer Wind. Auf dem großen lebhaften Markt wird man eingehüllt in Düfte von Kaffee, Gewürzen, exotischen Früchten und Halva. Ältere Herren spielen an den Tischen eines Cafés neben dem Markt Schach. Anderswo wird Narghila geraucht und es herrscht geschäftiges Treiben. Wer auf der Suche nach wirklich gutem Kaffee ist, wird auf dem Markt einen kleinen Laden finden, an dem die Zeit spurlos vorbeigegangen ist. Alles sieht dort so aus wie vor 50 Jahren…

Zum Glück kann man einen kulinarischen Streifzug durch Jerusalem auch aus der Ferne genießen, dank eines Kochbuches von Yoram Ottolenghi und Sami Tamimi. Beide wuchsen in Jerusalem auf, der eine im jüdischen Teil, der andere im arabischen. Kennengelernt haben sie sich allerdings erst Jahre später im London. Anscheinend hatten sie sich viel zu erzählen und entdeckten unzählige Gemeinsamkeiten. Die beiden Köche sind heute nicht nur enge Freunde, sondern auch Geschäftspartner. So entstand das Jerusalem Kochbuch, das den Leser eintauchen lässt in eine Welt von Safran, Pinienkernen, Rosenwasser und Granatapfel. Die Rezepte werden begleitet von Geschichten und Bildern aus dieser geheimnisvollen Stadt.

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Das Kochbuch “Jerusalem” ist 2013 in deutscher Sprache erschienen im Dorling Kindersley Verlag (DK).

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Tagträumerei

Dieser Januar war vermutlich einer der trockensten, die Israel in den letzten Jahren erlebt hat. Wenn es geregnet hat, dann vielleicht für fünf Minuten. Sonnige Tage sind natürlich immer willkommen und führen bei mir zu dauerhaft guter Laune, aber ein kalter Schneewinterteemitplätzchentag wäre zwischendurch auch wunderschön. Also träume ich mir so einen Tag einfach herbei und freue mich über das schöne Video, das Anfang Dezember in Jerusalem entstanden ist:


Auszeit

En Kerem ist ein kleiner Ort nahe Jerusalem. Die kleine Ortschaft ist sehr alt und wunderschön in den Berghängen gelegen. Olivenhaine schmücken die Landschaft und eine angenehme Stille liegt über allem. Vermutlich landet man nicht zufällig dort, man muss schon das Ziel haben, dorthin zu gelangen, damit man die kleine Oase der Ruhe auch erreicht. Wer gerne Essen geht, findet hier hervorragende Restaurants. Die Touristen, die nach En Kerem kommen, interessieren sich allerdings meist weniger für die gute Küche als für eine besondere Kirche, die an der Stelle steht, wo sich einst das Geburtshaus Johannes des Täufers befand.
Ich besuchte den Ort im Hochsommer. Es war eigentlich viel zu heiß um herumzuspazieren, daher begann ich mit dem Restaurant und verschob meine Wanderung auf den späten Nachmittag.
Ich wählte ein orientalisches Restaurant, das typisch nahöstliche Küche serviert: Tahina, Humus, Mezze, alles was das Herz begehrt…
Alternativ hätte ich auch zu einem sehr einladenden Italiener gehen können oder zu einem Griechen, aber ich persönlich ziehe ja die orientalische Küche vor.
 
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Nach dem Essen machte ich einen Spaziergang durch die Olivenhaine. Es war traumhaft schön, Grillen zirpten im Hintergrund und die Sonne schien zwischen den Bäumen hindurch auf die uralten Steine.
 
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Jahrhunderte alter Olivenbaum in En Kerem

Jahrhunderte alter Olivenbaum in En Kerem

 
Dann pilgerte ich zur Besuchskirche, jener besonderen Kirche, die an die Wurzeln Johannes des Täufers erinnert. Die Kirche wird von Franziskanern geführt. Ich erinnere mich an ein lustiges Ereignis im Inneren der Kirche. Ein Israeli stand mit Hut vor dem Altar und blickte auf ein riesiges Gemälde, als ein Mönch an ihm vorbeischlich und ihn ermahnte, unbedingt den Hut abzunehmen. Als der Mönch weg war, lachte mich der Mann an und meinte “Tja, in der Synagoge sagen sie einem, man muss unbedingt den Kopf bedecken und jetzt mach ich das hier auch und werde aufgefordert, umgehend meinen Hut abzunehmen… Ist doch komisch oder?”
Ich musste unweigerlich an einen Satz von Gandhi denken: “Gott hat keine Religion”.
 

Besuchskirche

Besuchskirche


 
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Im Inneren der Besuchskirche

Im Inneren der Besuchskirche


 
Wandgemälde hinter dem Altar

Wandgemälde hinter dem Altar


 
Die Anlage um die Kirche herum ist sehr malerisch. Überall blühen Blumen und ein Säulengang empfängt die Besucher mit einem schönen Licht-Schatten-Spiel.
 
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Als ich am Abend den Ort wieder verließ, hatte ich das Gefühl, ein kleines Idyll gefunden zu haben, so nah an Jerusalem, dass man leicht einen Abstecher von dort aus nach En Kerem machen kann. Die perfekte Auszeit vom Alltag.
 
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All photos by Saskia


Color gone wild

Das Israel Museum in Jerusalem ist eine Schatzkiste. Dort finden sich antike Ausgrabungen – Relikte aus Zeiten, die wir uns heute kaum noch vorstellen können, Fotografie, atemberaubende Kunstwerke, Ausstellungen zum Judentum…
Zuletzt hat König Herodes das Museum weltweit in die Schlagzeilen gebracht.

Israel Musem, Jerusalem

Israel Musem, Jerusalem

Seit dem 6. Juli kann man unter dem Motto „Color gone wild“ Bilder aus einer der bedeudensten Privatsammlungen moderner Kunst, der schweizer Merzbacher Sammlung, bestaunen. Gezeigt werden Gemälde von Picasso, Klee und Matisse über Kandinsky, Modigliani, Vlaminck, Miró und vielen weiteren.
Ich hätte am liebsten alle Bilder mit nach Hause genommen, weil sie so farbenfroh und leuchtend sind. Unfassbar, dass diese wunderschönen Bilder im Dritten Reich von den Nazis als „entartete Kunst“ bezeichnet und ihre Schöpfer verdammt wurden.

Die Ausstellung war so gut besucht, dass ich kaum eine Chance hatte, in Ruhe zu fotografieren. Ständig lief jemand durchs Bild und dementsprechend sehen meine Fotos jetzt ein bisschen windschief aus. Vielleicht vermitteln sie trotzdem eine Vorstellung von der Faszination, die diese Ausstellung auf mich ausgeübt hat:

Color gone wild

Color gone wild

Color gone wild

Color gone wild

Color gone wild

Color gone wild

Color gone wild

Color gone wild

Color gone wild

Color gone wild

Die Ausstellung ist noch bis zum 3. November zu sehen und wer in diesem Zeitraum in Israel ist, sollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!

All photos by Saskia


Über den Dächern Jerusalems

Den heutigen Tag habe ich in Jerusalem verbracht, zusammen mit meinen Arbeitskollegen. Einmal im Jahr unternehmen wir gemeinsam etwas und dieses Mal war unser Ausflugsziel die heilige Stadt.
Ich war aufs Neue überwältigt. Jedesmal wenn ich dort bin, entdecke ich etwas Neues. Jerusalem ist wie ein See ohne Grund. Man kann darin eintauchen so tief und so oft man will, die Stadt bleibt dennoch ein Geheimnis.
Wäre ich nicht so müde vom stundenlangen Herumlaufen, dann würde ich diesen unvergesslichen Tag in all seinen Einzelheiten beschreiben. Stattdessen habe ich beschlossen, die Bilder davon erzählen zu lassen:

 

Der Tag begann auf dem Mahane Yehuda Markt mit einem Kaffee und Kostproben an verschiedenen Ständen

Der Tag begann auf dem Mahane Yehuda Markt mit einem Kaffee und Kostproben an verschiedenen Ständen

 

An diesem Kaffeeladen auf dem Mahane Yehuda Markt scheint die Zeit spurlos vorbeigegangen zu sein.

An diesem Kaffeeladen auf dem Mahane Yehuda Markt scheint die Zeit spurlos vorbeigegangen zu sein.

 

Das Damaskustor

Das Damaskustor

 

Blick über die Altstadt

Blick über die Altstadt

 

Blick über die Altstadt

Blick über die Altstadt

 

Die Via Dolorosa von einem der Dächer aus betrachtet

Die Via Dolorosa von einem der Dächer aus betrachtet

 

Am Eingang der Grabeskirche sieht man Gebete und Bitten in allerlei Sprachen in den Stein geritzt und gemeißelt

Am Eingang der Grabeskirche sieht man Gebete und Bitten in allerlei Sprachen in den Stein geritzt und gemeißelt

 

Auch die schweren Holztore der Grabeskirche sind voller Schriftzeichen

Auch die schweren Holztore der Grabeskirche sind voller Schriftzeichen

 

Im Inneren der Grabeskirche

Im Inneren der Grabeskirche

 

Hof neben dem Äthiopischen Kloster - ein sehr stiller und schöner Ort ganz ohne Touristen

Hof neben dem Äthiopischen Kloster – ein sehr stiller und schöner Ort ganz ohne Touristen

 

Eine bemalte Hauswand in der Agripas Street

Eine bemalte Hauswand in der Agripas Street

All photos by Saskia