15. Internationales Dokumentarfilm – Festival, Tel Aviv

Am morgigen Samstag geht in Tel Aviv das 15. internationale Dokumentarfilmfestival „DocAviv“ zu Ende. Es sind zehn spannende Tage, an denen im Herzen Tel Avivs an mehreren Orten Dokumentarkino präsentiert wird. Die Filme sind vielschichtig und bunt wie auch ihr Publikum. Die Themen der diesjährigen Filme reichen von tragischen Familiengeschichten über politische Konflikte bis hin zu Musik und Freundschaften zwischen ganz unterschiedlichen Menschen.

Zwar wurden die hier gezeigten Filme nicht alle mit Starbesetzung und Millionenbudget produziert, aber sie sind deswegen nicht minder faszinierend und interessant. Einige der gezeigten Filme sind mehrfach ausgezeichnet und auch das israelische Publikum sowie eine Jury wählen ihre Favoriten unter den vorgestellten Filmen.

DocAviv 2013

Der große Andrang zu den Filmvorstellungen und Workshops reflektiert das starke Interesse der Israelis an einer kulturellen Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Themen, im Mittelpunkt der Filme steht immer wieder die Frage nach Zivilcourage und dem Mut, neue Lebenswege zu wählen.

Spannend finde ich, dass insbesonders auch die Filme mit Bezug zum Iran beim israelischen Publikum sehr gut ankamen. Einer von ihnen ist der Film über die Sängerin Rita Yahan Farouz, eine im Iran geborene Sängerin, die im Alter von acht Jahren mit ihrer Familie nach Israel einwanderte. Sie ist die bekannteste israelische Sängerin und sie veröffentlichte nicht nur Alben in hebräischer Sprache, sondern auch in Persisch. Der Film erzählt ihre Geschichte und die Zerissenheit, die sie mit all jenen Israelis teilt, die heute nicht mehr in ihr Heimatland Iran einreisen können. Als Rita nach New York eingeladen wird, um bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen aufzutreten, erlebt sie eine große Überraschung. Auch ihre iranische Fangemeinde bejubelt sie und beweist damit, dass es zwischen Israel und Iran nicht nur einen von extremen Spannungen geladenen Konflikt gibt, sondern eben auch ein gegenseitiges kulturelles Interesse und eine gemeinsame Liebe für Musik, die stärker sind als religiös und politisch motivierter Hass.

Das diesjährige Dokumentarfilmfestival klingt langsam aus und man freut sich schon jetzt auf kommendes Jahr, wenn wieder viele beeindruckende Filme in Tel Aviv auf dem DocAviv präsentiert werden.

Weitere Informationen zum Festival und zu den einzelnen Dokumentationen gibt es auf der Seite des DocAviv:
http://www.docaviv.co.il/


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