Erinnern und niemals vergessen

Ich glaube, der Tod ist für uns nicht abstrakt begreifbar.

Wir begreifen nicht, dass sechs Millionen Juden im Zweiten Weltkrieg ermordet wurden. Wir wissen es zwar, aber wir können es nicht fühlen. Der Verlust eines geliebten Menschen bedeutet unendlichen Schmerz. Wir aber haben heute keine Schmerzen, die uns die Luft zum Atmen nehmen und im Herzen stechen, wenn wir an den Holocaust denken. Wir kennen ihn aus Büchern und Dokumentationen. Wir sehen Bilder, Schwarzweiss oder in Sepia, und sind bewegt. Betroffen. Erschüttert. Aber wir begreifen nicht, was die Menschen durchmachen mussten. Wir begreifen nicht einmal, was sechs Millionen wirklich bedeutet.

Heute ist der Yom HaShoah, der Holocaust-Gedenktag. In Israel wird am Vormittag die Zeit stehen bleiben, die Menschen werden innehalten in dem Moment, in dem die Sirenen ertönen und die Schweigeminuten ankündigen. Die Autos werden auf den Straßen anhalten und die Leute werden aussteigen. Es gibt Touristen, die das fotografieren, und ich frage mich jedes Mal, ob sie verstanden haben, um was es hier eigentlich geht.

Es geht darum, eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte niemals zu vergessen und sich bewusst daran zu erinnern. Es geht darum zu begreifen, dass Menschen ermordet wurden, weil sie als Juden auf die Welt kamen. Ihr Leben wurde ausgelöscht, aber ihre Namen und Gesichter dürfen niemals ausgelöscht werden.

 

TEL AVIV, ISRAEL - AUGUST,08, 2009 :  B11647. Auschwitz survivor Leo Luster, born in Austria was tattooed with #B11647 from the Auschwitz concentration camp. "To me, this is not a scar. It is a medal. Why should I be ashamed of it? The people who put it there should be ashamed, not me".(photo by Uriel Sinai)

TEL AVIV, ISRAEL – AUGUST,08, 2009 :
B11647. Auschwitz survivor Leo Luster, born in Austria was tattooed with #B11647 from the Auschwitz concentration camp. “To me, this is not a scar. It is a medal. Why should I be ashamed of it? The people who put it there should be ashamed, not me”.(photo by Uriel Sinai)


2 responses to “Erinnern und niemals vergessen

  • AMC

    Der Moment als ich das erste mal so eine Nummer auf dem Arm einer Frau (beim Frühstück in einem Kibbuz) sah, war für mich ein einschneidender Augenblick.

    • Saskia

      Wir können jetzt noch diesen Menschen gegenüber Verantwortung zeigen, aber sie werden immer weniger und viele von ihnen leben in Armut, weil bürokratische Hürden ihre Anträge auf Entschädigungen und Renten erheblich erschweren. Es ist eine Schande!

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