Monthly Archives: January 2013

Mein Freund vom israelischen Militär-geheimdienst

Kurze Zeit, nachdem ich nach Israel gezogen war, erreichten mich etliche Emails von Studienkollegen. „Wir haben gehört, dass du jetzt in Israel lebst! Was hältst du denn von…“
Anstelle von Glückwünschen erhielt ich Fragen, was ich denn über den Konflikt denke, wie ich damit umgehe und ob ich es gut finde, dass manche jungen Menschen in Israel den Wehrdienst verweigern – eben all die Fragen, die man einem Freund oder einer Freundin üblicherweise so stellt, wenn er oder sie der Liebe wegen gerade ins Ausland gezogen ist.

Anfangs setzte ich mich noch damit auseinander, suchte nach angemessenen Antworten, formulierte lange Emails. Es war allerdings sehr frustrierend und für mich enttäuschend, weil ich mich lieber über persönliche Dinge austauschen wollte, es dazu aber nie kam, aufgrund der Wut zwischen den Zeilen einer jeden Email.
Ich habe ein wunderschönes Leben hier, eine Familie, einen weißen Sandstrand vor der Haustüre, einen phantastischen Freundeskreis und nein, ich möchte nicht mal eben kurz über den Nahostkonflikt diskutieren. Grundsätzlich lehne ich politische Unterhaltungen natürlich nicht ab und bin gerne bereit, mich zu dem Thema auszutauschen. Es ist nur so, dass einem sehr häufig und oftmals wirklich irrsinnige Fragen gestellt werden, wenn man zu erkennen gibt, dass man in Israel lebt. Zuvor lebte ich in Süditalien und Rom. Keiner meiner Studienkollegen kontaktierte mich jemals um zu fragen, wie ich damit klarkomme, dass die organisierte Kriminalität in Kalabrien, Sizilien und der Basilikata in extremem Umfang Müll in die Natur kippt und infolge dessen viele Kinder an Leukämie erkranken.
Wäre ich nach Russland gezogen, hätte mich vermutlich auch niemals jene Email erreicht, in der ich dazu aufgerufen wurde, mich aktiv gegen „die Ungerechtigkeit“ zu wehren.

Das Ganze mag vielleicht lustig klingen, aber ich fand es nie witzig oder amüsant. Es hat mich im Gegenteil sehr gestört. Es ist Wochenende, man hat schöne Pläne, trifft Freunde, kocht… und dann erreicht einen diese Email, in der auf zwei Din A4 Seiten nur über den Konflikt geschrieben wird. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich auf eine derartige Email gutgelaunt antworte?

So beschloss ich eines Tages, keine Antworten mehr zu diesem Thema zu schreiben, sondern einen Internetlink an alle Nervtöter weiterzuleiten: Friend a soldier bietet die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit ehemaligen israelischen Soldaten. Die Gründer des Projekts legen großen Wert darauf und betonen, dass sie völlig unabhängig von der IDF, den israelischen Streitkräften, arbeiten. Das Projekt, das 2010 ins Leben gerufen wurde, finanziert sich aus Spenden. Die Kommunikation wird in englischer Sprache angeboten, doch gibt es auch Soldaten, die beispielsweise Französisch und Spanisch sprechen. Zudem informiert die Seite in Arabisch, dass sich arabischsprachige Menschen melden können.
Wem es wirklich auf Antworten und Dialoge ankommt (und nicht auf Provokation), der findet auf dieser Seite mehrere Ansprechpartner aus ganz Israel, mit unterschiedlichen familiären und sozialen Backgrounds, und kann mit ihnen in Emailkontakt treten.
Ich finde das sehr spannend, denn letztlich bekommt man ein differenziertes Bild von dem Leben der Leute und der Lage eher, wenn man mit vielen unterschiedlichen Menschen spricht und offen ist, seine eigene Position immer wieder neu zu hinterfragen und zu überdenken.

friend a soldier


Yonatan Razel live in concert oder: warum ich Jerusalem liebe

Nachts ist Jerusalem ein magischer Ort. Bereits tagsüber ist die Stadt sehr besonders und außergewöhnlich, aber wenn die Dunkelheit sie umhüllt und man über die tausenden funkelnden Lichter in den Hügeln blickt, ist man so ergriffen von ihrer Schönheit, dass man wünscht, es gäbe keinen Morgen.
Mein Mann und ich sind nach Jerusalem gefahren, um ein Konzert von Yonatan Razel zu besuchen. Es ist ein intimer Kreis von Zuhören an diesem Abend in einem Restaurant im Herzen der Stadt. Yonatan Razel hat eine klassische Musikausbildung und das merkt man seinen Stücken auch an. Er ist ein Musiker, wie man ihn selten live hört.

Als Yonatan Razel zu „Vehi sheamda“ ansetzt, bekomme ich eine Gänsehaut. Dieses Lied ist eines der schönsten hebräischen Lieder überhaupt. Yonatan Razel wurde mit seiner Interpretation dieses Liedes aus der Haggada einem breiten Publikum bekannt.

Zwischen zwei Liedern erzählt Yonatan Razel von einer lustigen Geschichte, die ihm am Ben Gurion Flughafen während der Passkontrolle widerfahren ist. Die Polizistin, die seinen Reisepass in den Händen hielt, sagte ihm, dass ihr sein Name von irgendwoher bekannt vorkäme. Razel antwortete, dass er Musiker sei.
„Kenne ich Ihre Lieder?“ fragte sie zurück.
-„Vielleicht. Eines meiner Lieder wird oft im Radio gespielt.“
„Na dann singen Sie es mir doch mal vor!“ forderte die Polizistin.
Yonatan Razel schaut mit einem Augenzwinkern ins Publikum und stellt fest: „Sie hatte ja noch meinen Pass… Also sang ich.“

Viele seiner Lieder haben sehr tiefe Texte. Sie sind nachdenklich und poetisch. Er interpretiert alte Stücke neu und komponiert nebenzu auch seine eigenen. Yonatan Razel spielt Klavier, Gitarre, ist Dirigent und studiert nebenbei an der Jeschiwa, einer Hochschule, an der sich die Studenten dem Studium des Talmud widmen.

Am Anfang des folgenden Videos erzählt Yonatan Razel von einem Treffen zwischen Bob Dylan und John Lennon. Bod Dylan fragte John Lennon, wie viele Jahre er noch diese unsinnigen Texte singen würde. „Die ganze Zeit ‘She loves me, she doesn’t. I miss you, It’s you, You’re the only one.“ Sing doch mal was Vernünftiges.“ Und danach brachten die Beatles Lieder wie ‘Sargent pepper’ und ‘Revolver’ heraus. Der Text des Stücks, das Yonatan Razel anschließend singt, wurde von Rachel Shapira geschrieben. Sie hat die Texte vieler großer Hits in Israel verfasst und ‘Od Yom’ hört sich mehr nach einem Gedicht als nach einem gewöhnlichen Liedtext an.

Am Schluss gibt es noch eine große Überraschung. Plötzlich steht Daniel Zamir, ein begnadeter Saxophonspieler, auf der Bühne. Das Publikum ist von den Stühlen aufgesprungen und applaudiert unaufhörlich. Da tritt eine weitere Person ins Bühnenlicht: Eviatar Banai, einer der bekanntesten Sänger Israels. Er hat Yonatan Razels neues Album produziert. Jetzt tobt das Publikum gänzlich und es dauert einige Minuten, bis sich der Lärm wieder legt. Die drei performen gemeinsam noch einmal „Vehi sheamda“. Leider hat meine Speicherkarte nicht mehr gereicht, um das gesamte Stück zu filmen.

All videos by Saskia


Israel wählt!

Am 22.1. finden in Israel die Parlamentswahlen statt. Dazu wurde der Dienstag zum arbeitsfreien Tag erklärt, damit jeder an der Wahl teilnehmen kann. Es muss also niemand in der Mittagspause schnell mit der Stulle in der Hand zur Wahlkabine rennen. Anders als in Deutschland, wo der Wahltag nur ein Sonn- oder Feiertag sein darf, kann in Israel die Wahl nicht an einem Samstag, also dem israelischen Ruhetag, abgehalten werden. Der Grund dafür sind die Religiösen, die am Shabbat keinerlei Tätigkeit verrichten dürfen. Die Extremen unter ihnen knipsen am Samstag nicht mal das Licht an oder aus.

Die Wahlbeteiligung liegt heute in Israel etwa bei 65%. Problematisch ist, dass es Regionen gibt, in denen nur 20-30% der Bevölkerung zum Wählen gehen, während es in anderen Regionen 80-90% sind. Das bedeutet, dass manche Regionen durch die hohe Wahlbeteiligung stärkeren Einfluss auf das Geschehen nehmen, als andere. Leider sind die Regionen mit der hohen Wahlbeteiligung zumeist nicht die Wähler von liberalen Parteien.
Es gibt daher viele Aufrufe, zum Wählen zu gehen, nicht nur aus politischen Kreisen, sondern vor allem auch aus der Mitte der Bevölkerung.

Um die Parteienlandschaft Israels besser verstehen zu können, muss man eine Kleinigkeit beachten: Alles ist hier ein paar Grad konservativer als in Deutschland. Das bedeutet, dass die Parteien, die in Israel links verortet werden, eher der deutschen Mitte entsprechen. Die Parteien, die in Israels Mitte liegen, entsprechen einer konservativen deutschen Partei und die Parteien, die in Israel als konservativ-rechts verortet werden, sind in Deutschland extrem rechte Parteien. Extrem rechts bedeutet in diesem Zusammenhang, dass diese Parteien schlichtweg extrem in ihren konservativen Positionen sind. Was also fehlt, ist eine starke Linke. Es gibt zwar immer mehr kleine Parteien die linksliberal sind, aber sie schaffen es nicht, genügend Stimmen oder gar Mandate zu erringen.
Ultrarechts sieht in Israel so aus, dass die Parteien beispielsweise keinerlei Programmpunkte für Nichtjuden haben, obwohl 20% der israelischen Bevölkerung einer anderen Religion als dem Judentum angehören. Wie gravierend dies ist, wird deutlich an folgendem Beispiel:
In Israel gibt es bis heute keine Zivilehe, sondern nur religiöse Eheschließungen und damit keine Anerkennung von Gleichheit in der Liebe. Natürlich trifft das auch Kinder, die in Israel geboren und aufgewachsen sind. Die israelische Staatsbürgerschaft, das Leisten des Wehrdienstes und das Zahlen von Steuern reichen nicht aus, um hier heiraten zu dürfen…

Nun aber zurück zum Thema „Wahlen in Israel“. Ein interessanter Aufruf zur Wahlbeteiligung wurde am 15. Januar auf Youtube veröffentlicht:
Die Person, die das Video hochgeladen hat, nennt sich „Nishbar Li“, was auf Hebräisch bedeutet „Ich habe genug“. Das Video zeigt einen wütenden jungen Mann der anklagt, dass uns in Israel bald alles um die Ohren fliegt.

Er schimpft, dass sich die Regierung mehr um die Siedlungen kümmert als um andere Orte. Dass die Orthodoxen, die nicht arbeiten gehen und von morgens bis abends die Thora lesen, Unterstützung vom Staat bekommen. „Glaubst du, ich bekomme ein Gehalt vom Staat, weil ich Philosophie studiere?“ fragt er den Zuhörer zornig. Er spricht über die Tycoons, die sich so verhalten, als würde das gesamte Land ihnen gehören. Die Missstände in der Gesellschaft, die vom Raketenalarm traumatisierten Kinder… Am Ende der Aufruf: „Geht Wählen!“

Das Video ist sehr stark politisch links ausgerichtet und aufgrund der professionellen Darstellung wird gemunkelt, dass mehr dahinter steckt als eine Privatperson, die sich einfach mal Luft verschaffen wollte. Der Kernpunkt ist allerdings der Wahlaufruf, der nicht in Verbindung mit einer bestimmten Partei steht. Das ist eine relativ neue Entwicklung in Israel. Zwar gab es auch schon bei den letzten Wahlen zur Knesset 2009 Appelle an die Wähler, ihre Stimme abzugeben, aber diesmal sind die Aufrufe deutlich lauter.

Ein lustiges Video mit derselben Botschaft – „Geht zum Wählen“ – wurde kurz darauf am 17. Januar auf Youtube gestellt. Darin sieht man die israelischen Stars aus der Musik-, Film- und Modelszene, wie sie die Werbeindustrie auf den Arm nehmen. Den Beginn macht Bar Refaeli, das israelische Topmodel, das den Zuschauer in selbstironischer Weise fragt: „Ihr kennt doch bestimmt diese Werbefilme, in denen ein Topmodel mit perfekten Beinen… also mit wirklich perfekten Beinen…euch etwas andrehen will.“ Es geht um die Tricks, mit denen Werbung den Betrachter beeinflusst, sodass dieser oftmals gar nicht mehr das eigentliche Produkt hinterfragt. Die Stars bringen zum Ausdruck, dass jeder Wähler seine persönliche Stimme abgeben muss, bevor andere es für ihn tun.

Die Kampagne, die hinter dem Video steht, hat sich zum Ziel gesetzt, gegen die geringe Wahlbeteiligung anzukämpfen. 2009 lag die Wahlbeteiligung in Tel Aviv gerade mal bei etwa 58% und in Haifa nur bei etwa 57%.
Man darf gespannt sein, ob der verstärkte Aufruf zur Wahl diesmal mehr Leute dazu bewegen wird, zu den Urnen gehen…


Mein gefährliches Leben in Israel

“Wir würden ja schon gerne mal dort Urlaub machen, aber ist es denn nicht zu gefährlich?” ist eine Aussage, die ich in Deutschland schon oft gehört habe. “Dort” – damit ist Israel gemeint. Vor Kurzem waren mein Mann und ich unterwegs in Bayern. Wir standen in einem Juweliergeschäft in Rothenburg und unterhielten uns auf Hebräisch. Da kam eine Frau auf uns zu und meinte, was für eine wunderschöne Sprache Hebräisch doch sei und dass sie so gerne mal nach Israel reisen würde. Ich antwortete ihr, dass sie das unbedingt machen solle, vor allem im Frühjahr wenn alles grünt und blüht. Da fragte sie mich erstaunt, ob man denn einfach so nach Israel reisen könne. “Da explodieren doch ständig Bomben?!”

Nun, wie soll ich es am besten sagen… Israel ist ein ruhiges und wunderschönes Land. Uns fliegen nicht ständig Bomben um die Ohren und ich mache mir auch keine Sorgen, wenn ich in den Bus einsteige. Die Wahrscheinlichkeit, in Süditalien von einem verrückten Autofahrer über den Haufen gefahren zu werden ist deutlich höher als die Wahrscheinlichkeit, in Israel Zeuge eines Anschlages zu werden oder gar eine Rakete zu sehen. Trotzdem halten die Leute Sizilien für ein sicheres Urlaubsparadies. Ich war oft in Südeuropa und kann nur sagen, dass ich den Straßenverkehr in Palermo sogar noch schlimmer fand, als die dunkelsten Ecken von Marseille…
Aber zurück zu Israel. Laut Statistik ist es hier genauso sicher wie in Deutschland. Das bestätigt der Report von Control Risks, einem Unternehmen, das weltweite Sicherheitsrisiken bewertet und damit Organisationen unterstützt, die spezifische Informationen über Risiken und Gefahren benötigen. Dabei werden zum Beispiel Korruption, politische Instabilitäten und Krisen bewertet.
Süditalien schneidet bei dem Report übrigens schlechter ab: die Sicherheitsrisiken werden dort nicht als gering eingestuft, sondern bereits als mittelhoch, womit Süditalien auf derselben Stufe mit Brasilien und Angola steht.

Fazit: Visit Israel! Aber Vorsicht, die Gefahr, dass Sie hier dann gar nicht mehr weg wollen und zu lange im Meer plantschen ist riesig!

Global risks

Details sind abzurufen unter http://www.controlrisks.com/RiskMap/Pages/Security.aspx


Frühstück im Winter am Meer

Draußen ist es stürmisch. Die Wellen brechen an den Felsen und Gischt spritzt bis auf die Hafenpromenade. Ich sitze gemütlich im Café Landwer und frühstücke. Ein Frühstück in Tel Aviv am Meer ist mein absoluter Geheimtipp für Israelreisende. Egal zu welcher Jahreszeit, es ist der ideale Ort um den Tag zu beginnen.

Cafe Landwer

In Israel gibt es am Morgen frischen Salat, Müsli, Omeletts, verschiedene Streichkäse und natürlich Shakshuka, ein allseits beliebtes orientalisches Frühstück mit Tomaten und Eiern.
Ich komme etwa einmal im Monat an den Hafen, um zu frühstücken. Im Sommer sitze ich draußen und lausche dem Rauschen des Meeres, während ich meinen Cappuccino trinke. Jetzt, im Winter, sitze ich drinnen und schaue aufs raue Meer, das schäumt und tobt. So richtig kalt werden die Winter in Tel Aviv nicht, die Israelis sprechen zutreffend vom „warmen und kalten Sommer“. Jetzt haben wir den kalten Sommer mit Temperaturen von 17°C tagsüber. Die tiefste Temperatur, die ich hier erlebt habe, war 8°C, letztes Jahr im Januar.
Der israelische Winter ist verregnet, allerdings gibt es immer wieder sonnige Tage zwischendurch und der Himmel ist nicht durchgehend bedeckt und grau. Trotzdem bin ich ein Fan des Sommers, ganz egal ob es dann Tag ein Tag aus über 30 Grad hat und man ohne Klimaanlage nicht gut schlafen kann. Die bayerischen Regensommer haben sehr dazu beigetragen, dass ich mich stets nach heißen Sommern sehne, ganz egal wie heiß sie dann letzten Endes tatsächlich sind…

Landwer Namal

Heute nehme ich das „Landwer Frühstück“. Mein Mann entscheidet sich auch dafür, was ich sehr praktisch finde, weil dieses Frühstück ein Müsli mit Joghurt beinhaltet und er das nicht mag. Daher kann ich seine Portion ebenfalls essen und das kommt mir sehr gelegen. Wer in Deutschland Frühstücken geht, erhält häufig eine Auswahl an Käse- und Wurstsorten, dazu Brötchen und einen Kaffee. Nun, das wäre ja eigentlich auch super.
Der Käse und die Wurst liegen allerdings oft auf einem Teller zusammen und als Vegetarier darf ich mir meine Käsescheiben dann von der Leberwurst runterkratzen. Ich bin nicht die Sorte Vegetarier, die mit erhobenem Zeigefinger zu anderen geht, um sie zu „bekehren“. Es ist mir ganz egal, was andere Menschen essen, für meinen Mann koche ich regelmäßig Fleisch und kaufe selbstverständlich Wurst für ihn ein. Ich möchte aber trotzdem nicht, dass mein Käse direkt auf der Salami liegt. In Israel gibt es so was nicht. Natürlich nicht aus Rücksicht auf Vegetarier, sondern schlicht und einfach wegen der Kaschrut, den Regeln koscheren Essens. Fleisch und Milchprodukte dürfen demnach nicht zusammen serviert und gegessen werden. Zwar sind nicht alle Restaurants und Cafés in Israel koscher, aber dennoch habe ich es noch nie erlebt, dass zum Frühstück Käse und Wurst auf ein und demselben Teller serviert wurden. Mein Mann lacht jedes Mal im Urlaub in Deutschland über mich, wenn er meine weit aufgerissenen Augen sieht, sobald uns das Frühstück serviert wird und der Käse auf demselben Teller liegt, wie die Wurst…

breakfast at landwer

Der Himmel ist grau geworden. Ein Gewitter zieht auf und wir beschließen, uns auf den Heimweg zu machen. Bis zum nächsten Frühstück am Meer in ein paar Wochen. Dann sieht der Strand vielleicht schon wieder so aus:

Tel Aviv beach

All photos by Saskia