Eine kleine Geschichte zu Chanukka

Es ist das Fest der Lichter. Überall auf der Welt wird in jüdischen Gemeinden und Familien heute die erste Kerze angezündet und jeden Tag wird ein weiteres Licht hinzukommen. Acht Tage dauert Chanukka.
Doch was genau wird eigentlich gefeiert?

Einst stand in Yerushalayim ein jüdischer Tempel, der salomonische Tempel. Er wurde 586 vor unserer Zeit zerstört durch einen babylonischen Herrscher mit dem unaussprechbaren Namen Nebukadnezar II. Erst Jahrzehnte später wurde der Tempel wiederaufgebaut.
Nach der Entweihung dieses neuen Tempels durch die Griechen, die einen Zeusaltar darin errichtet hatten, wurde der Tempel im Jahr 164 v.u.Z. neu geweiht und der jüdische Tempeldienst fortgesetzt. In dem Tempel befand sich die Menora, ein Leuchter, dessen Kerzenlichter nicht erlöschen durften. Man erzählt, dass nur noch ein winziger Rest Öl vorhanden war, doch die Lichter brannten dennoch acht ganze Tage lang.
An Chanukka wird darum jeden Tag eine Kerze angezündet. Der neunte Arm der Chanukkia trägt das Feuer für die acht Kerzen, er wird Shamash genannt.

Das ist also der Hintergrund dieses Festes.
Vor ein paar Jahren saß ich an einem Dezemberabend auf dem Münchner Flughafen. Es war Chanukka und ich befand mich auf dem Weg zurück nach Israel. Vor den großen Glassscheiben der Wartehalle rieselte der Schnee und es war fürchterlich kalt draußen. Ich fliege nicht gerne. Die Stimmung am Flughafen bedrückt mich jedesmal. Entweder ich fliege von Israel nach Deutschland, dann nerven mich die ewigen Sicherheitskontrollen, die Fragen und die langen Warteschlangen. Oder ich fliege von Deutschland nach Israel, dann begleitet mich das Gefühl, dass ich gerne noch ein wenig länger im Urlaub dort geblieben wäre. So saß ich also ein wenig betrübt da und wartete auf das Boarding, als ein paar Männer eine Chanukkia hervorholten und Kerzen anzündeten. Sie sangen dabei Lieder und bald sang die halbe Wartehalle…

Chanukka ist ein besonders schönes Fest, weil seine magische Geschichte und das Leuchten der Kerzen diesen verregneten Monat Dezember verzaubern.

Chanukka sameach!


4 responses to “Eine kleine Geschichte zu Chanukka

  • Julia

    Welch schöner Eintrag! Giora Feidman habe ich schon häufig live gesehen, jedesmal ging seine Musik mitten ins Herz! Danke!

  • Elke

    Ich bin an Chanukka geboren, am 8. Licht. Vielleicht deswegen ist Chanukka für mich, das schönste Fest. Aber das ist schon lange her.
    Zum Zeipunkt der Entweihung, des Aufstandes, der Wiedereinführung der Tempeldienste, gab es kein Chanukka (Das ist ja noch länger her). Chanukka ist erst später entstanden, zur Erinnerung an diesen geschichtlichen Ereignissen. Es gab damals auch keine Chanukkia und aus diesem Grund stand im Tempel eine Menora.

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