Tel Aviv Museum of Art

Tel Aviv besticht mit sehr vielen Möglichkeiten. Überall lauern fantastische Restaurants und Cafes, fast die meiste Zeit des Jahres kann man in bequemer Sommerkleidung herumspazieren, auf der Strandpromenade am Meer entlang oder auf den großen Alleen und Plätzen, wo sich Künstler und Straßenmusiker tummeln.
Es ist jetzt Dezember und die Temperaturen liegen tagsüber nach wie vor bei 20-25 Grad.
Man könnte also meinen, dass an einem schönen Wintertag, der vielmehr anmutet wie ein Tag im Mai, kaum ein Mensch ins Museum tingelt.
Ich erwartete nicht: zwanzig Minuten an der Kasse anzustehen. Nicht, dass mir dann dort gesagt würde, ich müsse weitere zwei (!) Stunden im Untergeschoss für die Sonderausstellung anstehen, weil so viel Andrang besteht. Nicht, dass ich anschließend mit 50 weiteren Personen durch die Räume mit den impressionistischen Gemälden gehen würde und nicht, dass die meisten Museumsbesucher Israelis sein würden. Im Museum erwartet man Touristen und eine gewisse Leere. Ich erinnere mich gut an meine Besuche der Alten Pinakothek in München, deren Räume ich beinahe ausschließlich für mich alleine hatte oder vereinzelt mit kleinen Reisegruppen teilte. Lange anstehen musste ich dort jedenfalls nie an der Kasse. Macht die Pinakothek etwas falsch? Ich glaube nicht. Eher die Deutschen.

Marc Chagall, Solitude , 1933

Marc Chagall, Solitude , 1933

Das Museum of Art überraschte mich sehr, als ich es zum ersten Mal besuchte. Sowohl die Sammlung der alten Meister als auch die der modernen und zeitgenössischen Kunst haben allerhöchstes Niveau. Jedes einzelne Gemälde unglaublich. Keine Lückenbüßer, die an irgendeine Wand gehängt wurden um die Leere zu kaschieren, sondern sorgsam gewählte Stücke, die sich perfekt und harmonisch im Raum ergänzen. Normalerweise kann ich nach einem Besuch im Kunstmuseum sagen, welche Gemälde mir besonders gut gefallen haben, weil sie ohnehin herausragten. Im Tel Aviv Museum of Art fällt es mir hingegen deutlich schwerer.

Ein Geheimtipp ist das Museum sicher nicht, es wird in jedem Reiseführer aufgeführt und ist stets gut besucht. Und doch habe ich das Gefühl, etwas ganz besonderes für mich entdeckt zu haben.

Claude Monet, Haystack in Giverny, 1889

Claude Monet, Haystack in Giverny, 1889

Mark Rothko, Untitled, ca. 1945

Mark Rothko, Untitled, ca. 1945

Gustav Klimt, Friedericke Maria Beer, 1916

Gustav Klimt, Friedericke Maria Beer, 1916

Pablo Picasso , Torso of a Woman, 1953

Pablo Picasso , Torso of a Woman, 1953


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